Britten, Benjamin
Billett auf einer Karte + zahlreiche Beilagen. 1949-1979.
Los 2620
Zuschlag
110€ (US$ 126)
Britten, Benjamin, engl. Komponist (1913-1976). Eigh. Billet m. U. "Ben B" auf einer mit Adresse versehenen Karte. 1 S. Quer-8vo. Aldeburgh (Suffolk) (ca. 1950).
An Friederike von Wedelstädt von der "Englischen Musikleihbibliothek" in Berlin. "My dear Frau von Wedelstädt [gedruckt: Thank you very much indeed for your kind message.] It was good of you to write. Much love ... Ben B". - Mit der gedruckten Adresse: "Benjamin Britten. The Red Jouse, Aldeburgh, Suffolk". - Zahlreiche Beilagen, darunter 6 Briefe von Edgar Bielefeldt, deutscher Vertreter der Londoner Firma Boosey & Hawkes, an Frau von Wedelstädt über den Verkauf von Britten-Musikdrucken nach England und ihre deutsche Edition von Brittens "Serenade". Ferner 10 Zeitungsartikel über Britten etc.
Bruch, Max
Musikmanuskript mit Beilage. Ca 1881
Los 2621
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
Bruch, Max, Komponist und Dirigent (1838-1920). Eigh. Musikmanuskript. 4 S., zwölfzeilig beschrieben. Doppelblatt. Folio. O. O. (ca. 1881).
"Lied aus Marino Faliero", dem 1876 erschienenen Trauerspiel von Heinrich Kruse. Mit Blaustift bezeichnet "No 4 - in B". Aus "Lieder und Gesänge", op. 49. Skizze des 1881/82 entstandenen Liedes. Zwei Anfangstakte für die Einleitung des Klaviers sind freigelassen. Es folgt die vollständige Ausführung der Gesangsstimme mit dem unterlegten Text: "Wenn dich die Sorgen des Lebens bedrücken, / so steig' in die Gondel, das Liebste im Arm, / achte nicht auf die Paläste und Brücken, / acht' auf die Schöne und halte sie warm ...". Ab Takt 15 ist die Klavierbegleitung notiert. Auf Seite 3 bezeichnet "Cres[cendo]" und "Allargando", auf Seite 4 "Allegretto. / scherzando". - Beiliegend eine Echtheitsbestätigung von Hand seines Sohnes Max Felix Bruch (Berlin-Friedenau 17.III.1925).
Busoni, Ferruccio, ital. Komponist, Pianist und Musikpädagoge, lebte lange in Berlin (1866-1924). Eigh. Brief m. U. "Ferruccio Busoni". In franz. Sprache. 2 S. Doppelblatt. 8vo. Wien 16.X.1907.
An den Konzert-Agenten Alfred Dandelot in Paris. "... J'ai donné l'ordre à Mnss. Breitkopf & Härtel de vous faire envoyer la partition du concert. La phrase de réserve 'avant de s'engager définitivement' m'a surprit, puisque on à demandé de moi une resolution definitive, que j'ai donnée, et communiquée aux éditeurs. J'espère, que vous éviterez de me faire jouer un rôle equivoque devant ces derniers ...".
Busoni, Gerda, Ehefrau des Komponisten (1862-1956). 2 masch. Verträge m. U. "Gerda Busoni" sowie den Unterschriften der Söhne Benvenuto und Rafaello Busoni und eines Verlagsvertreters von Breitkopf & Härtel. Zus. 5 S. Gr. 4to. Berlin und Leipzig 16.I.1925.
Verträge, betreffend zunächst die Übertragung sämtlicher Rechte an Busonis nachgelassener Oper "Doktor Faust" an den Musikverlag Breitkopf & Härtel, einschließlich des Textes (der bisher von Kiepenheuer verlegt wurde), des Klavierauszugs und aller Bearbeitungen und Veröffentlichungen, zu denen sich der Verlag verpflichtet. "... Die Busonischen Erben erhalten 80 % der Urheberanteile von den Bühnenaufführungen. Ueber diese findet monatliche Abrechnung statt. Als Freiexemplare erhalten die Erben 15 Klavierauszüge und drei Partituren, die zu Aufführungszwecken keine Verwendung finden dürfen. - Für die Uebertragung aller Rechte an Partitur, Klavierauszug und Stimmen erhalten die Busonischen Erben zunächst ein Garantiehonorar von 5000 Goldmark ...". Ferner "ein auf den Erfolg des Werkes abgestelltes Nachhonorar von neunmal je 5000 Goldmark, zahlbar nach erfolgter Aufführung des Werkes ... innerhalb der 30jährigen Schutzfrist ...". - Ein zweiter Vertrag legt fest, dass der Verlag für die Honoraransprüche des Verstorbenen an die Erben 20.000 Goldmark zahlt, unabhängig von den Urheber-Anteilen. Alle Zahlungen erfolgen in Raten. - Interessante Informationen über den "Marktwert" der Kompositionen Busonis nach Ende der Inflation. - Knickfalten; kleine Läsuren mit Transparentpapier repariert.
Clauberg, Claus
Sammlung von Musikmanuskripten + Beilagen. 1955-1984
Los 2624
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
Clauberg, Claus, Pianist, Komponist und Musikpädagoge, vor und nach der NS-Zeit politisch linksgerichteter, viel gefragter Chanson- und Couplet-Komponist für diverse Kabarett-Bühnen (1890-1963). Teil seines schriftlichen Nachlasses. Mehr als 200 S. Musikmanuskripte sowie mehr als 100 Schriftstücke Briefwechsel, biographische Typoskripte und andere Dokumente zu Leben und Werk des Künstlers. Ca. 1928-1984. und Sammelband mit eigh. Manuskripten der Vertonung von 51 Chanson- und Couplet-Texten.
Umfangreiches Material zu Leben und Wirken des Komponisten. Im Einzelnen vorhanden: Sammelband mit säuberlicher Reinschrift (selten mit Bleistift verbessert) von 51 Couplet- Kompositionen Claubergs aus dem Zeitraum ab 1921. Mit eigh. Namenszug "Claus Clauberg" auf dem ersten Blatt. 200 Seiten Noten mit Text. (Tinte und Bleistift). Gr. 4to. Halbleinenband d. Z. (Ecken und Kanten bestoßen oder zerschlissen). (Wohl Schwerin, ca. 1960). - Vertont sind Texte von Adelbert von Chamisso, Theodor Fontane, Adolf Glaßbrenner, Arno Holz, Klabund, Alfred Lichtenstein, Walter Mehring, Eduard Mörike, Erich Mühsam, Börries von Münchhausen, Alfred de Musset, Fritz von Ostini, Fritz Reuter, Karl Stieler, Kurt Tucholsky und anderen; gelegentlich mit Angabe von Zeit, Ort oder Interpret der ersten Aufführung. Wohl als "Bilanz" der Kompositionen Claubergs auf diesem Gebiet zusammengestellt während seiner vielfältig aktiven Zeit in der DDR. - Einige Bl. mit Alternativ-Versionen (z. B. zu Tucholskys "Mutterns Hände") lose beiliegend. Mit handschriftl. Inhaltsverzeichnis. - Vorderes Innengelenk teilweise geplatzt; Heftung gelockert; 2 Bl. mit Tesafilm befestigt. - Wertvolle Sammlung von Werken aus dem vielleicht wichtigsten Teil von Claubergs kompositorischer Tätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren. - 2 eigh. Musikmanuskripte Claubergs zu Texten Kurt Tucholskys; mit dem Namenszug "Claus Clauberg" auf den Titelseiten. 4 bzw. 7 S. Doppelblatt bzw. geleimte Heftung; ohne Umschlag. Folio. O. O. (wohl um 1955). - Die Manuskripte zu den Tucholsky-Texten sind: "Mutterns Hände. Worte: Kurt Tucholsky. Musik: Claus Clauberg." (4 S.). - "Der andere Mann (Theobald Tiger). Musik: Claus Clauberg." (7 S.) - Das erste dieser beiden Manuskripte etwas gebräunt und mit Randläsuren. - 43 meist eigenhändige (2 masch.), sehr umfangreiche Briefe Claus Claubergs an seine Ehefrau, die Sängerin Katharina Will (Zeitraum 1928-1943, 1 Nachtrag 1950). - 2 Bl. masch., signierter Lebenslauf Claubergs (29.10.1946). - 10 Bl. masch. Biographien Claubergs von verschiedenen Autoren. - Schriftwechsel Gerhard Rosenfeld (Internat. Musikbibliothek) mit Claus Clauberg. - 8 masch. Briefe und 1 hs. Postkarte von Hans Heuer-Morgan. - Schriftwechsel Katharina Clauberg-Will mit Prof. Werner Neumann (Leipzig). - 2 interessante eigenhändige Briefe des Komponisten Norbert Schultze, Komponist der „Lili Marleen“, überaus erfolgreicher Schlager- und Operettenkomponist (1911-2002), an Katharina Clauberg. 2 eigh. Briefe m. U. "Norbert Schultze". Zus. 3 S. 8vo und folio. Berlin 17.XII.1979 und 14.I.1984. - An die Konzertsängerin Katharina Clauberg-Will, die aus der DDR nach West-Berlin übergesiedelt und unter Hinweis auf ihre Armut mit größtem Eifer bemüht war, Tantiemen für die Chansons ihres verstorbenen Mannes Claus Clauberg zu erkämpfen. Norbert Schultze zeigt sich genervt: "... Wie soll man Ihnen helfen? Sie gehen Ihren Mitmenschen auf den Wecker und merken es wahrscheinlich garnicht. Wer soll denn die Geduld haben, Ihre Briefe und Dokumente noch zu lesen? Ich habe mich gefreut, zu hören, daß Sie eine Kur in Bad Oeynhausen haben machen können. Ich darf annehmen, daß die AOK dieselbe bezahlt hat. Und Sie haben eine hübsche Wohnung in Wilmersdorf gefunden, Sie können sich eigenes Briefpapier drucken lassen. Ich hoffe daher, es geht Ihnen gut [1979] ... es ist bewundernswert, mit welcher Energie und Ausdauer Sie im hohen Alter noch um Ihr Recht kämpfen." Er könne ihr nicht helfen, auch nicht mit einer Bewertung der Chanson-Manuskripte. "... Ein Chanson von Kurt Weill mag mit DM 1000.- oder mehr zu bewerten sein, der nicht nachweisbare Tantième-Verlust könnte dabei noch 10 mal größer sein. Ein Chanson von Clauberg dagegen könnte mit Null angesetzt werden, wenn man vom realisierbaren Wert und von heutzutage ausgeht, man könnte aber ebensogut von einem Liebhaberwert von DM 3.- oder DM 10.- pro Stück ausgehen, aber eigentlich nur, wenn man einen Liebhaber nachweisen kann. Ist doch alles graue Theorie! ... Je älter man wird, desto mehr Erfahrung sammelt man darüber, daß diese Welt höchst unvollkommen ist. Aber auch, daß sie voller Wunder, voller Schönheit und Harmonie ist. Die Lebenskunst besteht darin, sich an diese Seite der Münze zu halten, an die positive ..." [1984].
Debussy, Claude, franz. Komponist (1862-1918). Eigh. Brief m. U. "Claude Debussy". 1/2 S. Auf blauem Papier mit Monogramm "CD". Gr. 4to. O. O. 22.VI.1913.
An einen Dirigenten. "... je regrette sincèrement que la Société des Grandes-Auditions n'a pas cru devoir m'inviter à une de vos répétitions. Il aurait été si intéressant pour moi de vous entendre diriger 'Iberia', peut-être encore plus, - laissez moi ... vous entendre faire travailler! Comme je n'aurai certainement pas l'occasion de vous voir ce fois, voulez vous trouver dans ces quelques lignes l'expression de toute ma sympathie artistique ...".
Einem, Gottfried von
Konvolut musikal. Albumblätter, signierte Porträtfotos und Brief. 1959-1990
Los 2626
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)
Einem, Gottfried von, Komponist (1918-1996). Konvolut von 5 musikal. Albumblättern (quer-4to und quer-gr. 8vo), 2 sign. Porträtfotos, 1 eigh. Brief und einer 1 beschrifteten Dankeskarte. Zus. 9 Teile. Verschied. Formate. Zürich, Wien und Rindlberg 1959-1991.
Vorhanden: Musikal. Albumblatt m. U., aus "Prinzessin Turandot". Zürich 1.IV.1959. - 2 musikal. Albumblätter m. U., das eine auch mit Widmung, aus "Der Zerrissene". Wien 8.V.1968 und 5.IV.1991. - Musikal. Albumblatt m. U. und Widmung, aus "Dantons Tod". Wien 11.XI.1974. - Musikal. Albumblatt m. U. und Widmung, aus "Der Besuch der alten Dame". O. O. 24.II.1975. - Porträtfoto-Postkarte mit eigh. Signatur auf der Bildseite. Wien 14.II.1959. - Porträtfoto mit eigh. Signatur auf der Bildseite. 17,8 x 12,6 cm. O. O. (wohl um 1990). - Eigh. Dankesbrief m. U. an einen Verehrer, der ihm eine Cassette mit der Aufnahme eines Jubiläumsgottesdienstes in einer Stiftskirche (wohl mit Einems Musik) übersandt hatte. Rindlberg 1.II.1990. - Eigenhändig beschriftete Dankeskarte für Glückwünsche zum Geburtstag, gerichtet an mehrere Personen, aus einer Klinik in Bern geschrieben und unterzeichnet: "der kanarigelbe allmählich aber rosig erblühende Gottfried Einem". - Schöne Sammlung zur Musik und Person des Künstlers. - Das Albumblatt von 1959 gebräunt.
"ich küsse Dich deutsch"
Elssler, Fanny, österr. Tänzerin, eine der berühmtesten Ballerinen des 19. Jahrhunderts (1810-1884). Eigh. Brief m. U. "Fanny". In franz. Sprache mit deutschen Schlußworten. 1 S. Doppelblatt. Kl. 8vo. (Wien um 1830).
Reizender kleiner Liebesbrief der jungen Tänzerin an ihren glühenden Verehrer und Liebhaber Friedrich von Gentz (1764-1832), den über 60jährigen prominenten Politiker, Staatstheoretiker und Schriftsteller, Berater des Fürsten Metternich. In noch fehlerhaftem Französisch geschriebenes Briefchen, welches erkennen läßt, daß die Talente der europaweit umschwärmten Ballerina sich noch nicht im Schreiben französischer Briefe manifestierten. "Bonjour cher Gentz tu est bien étonner, que je t'ecriez en français, n'est-ce pas? Tu vois comme je suive tes conseiles. Je me porte tre bien, et aussi ma familles ce port très bien ... Si nous nous voyons pas aujourdhui, que je n'espère pas, tu m'écriras. adieu lieber Gentz ich küsse Dich deutsch und bleibe Deine deutsch Fanny." - Offenbar hatte Gentz ihr geraten, auf Französisch zu schreiben, damit der Inhalt ihrer Briefe nicht für jedermann sofort verständlich ist. Einige Worte aus vorliegendem Brief zitiert Emil Pirchan in seiner Elssler-Biographie (1940) und fügt hinzu: "Von Fannys Briefen an Gentz sind nur wenige erhalten, er vernichtete sie, weil - sie unorthographisch geschrieben waren! Deshalb gab er ihr, dem wenig gebildeten Wiener Vorstadtmädel, Unterricht in deutschem Stil und in französischer Sprache - er erzog sie, wie ein 'geliebtes Kind'."
Franz, Robert
Brief an Henny Ohlmann in Frankfurt a. M. + Beilage. 1885
Los 2628
Zuschlag
220€ (US$ 253)
Franz, Robert, Hallischer Komponist und Dirigent, dort auch Universitätsmusikdirektor, vor allem Liedkomponist und Förderer der Bach- und Händelrenaissance (1815-1892). Eigh. Brief m. U. "Rob. Franz". 2 S. (Bleistift). Doppelblatt. Gr. 8vo. Halle (Saale) 27.XII.1885.
An eine Gesangslehrerin, vermutlich Henny Ohlmann in Frankfurt a. M. "... Herr Dr. H. M. Schuster schrieb mir von dem schönen Erfolge, den Frl. Anna Zahn, Ihre Schülerin, mit den Schilfliedern in Kretschmanns Quartettunterhaltung erzielt hat. Daß Sie sich in Ihrem Lehrplane nach ... der von mir eingeschlagenen Kunstrichtung so freundlich annehmen, kann ich Ihnen nicht genug danken: denn aus diesem Kreise, dem ja auch Dr. Schuster angehört, ist in Wien eine Bewegung zu Gunsten meiner Lieder hervorgegangen, die meine kühnsten Hoffnungen weit übertrifft ...". - Beiliegend der abgeschnittene Adressteil eines eigenhändig von Franz mit seinem Absender beschrifteten Briefumschlags, der an Henny Ohlmann in Frankfurt a. M. adressiert ist. Da das Datum des Poststempels fehlt, ist nicht sicher, ob der Umschlag zu dem Brief gehörte.
Glasunow, Alexander
Signierte Porträtfoto-Postkarte mit Musikzitat. 1931
Los 2629
Zuschlag
800€ (US$ 920)
Glasunow, Alexander, russ. Komponist (1865-1936). Porträtfoto-Postkarte mit eigh. Widmung und Musikzitat auf der Bildseite. In russ. Sprache. 1931.
Die Aufnahme eines russischen Ateliers zeigt den Künstler im Brustbild mit Blick zur Kamera. Am oberen Rand eine Widmung, an den Rändern ein Musikzitat("Moderato", 2 Takte) und der Namenszug. - Leichte Gebrauchsspuren mit geringfügigen Absplitterungen der Bromsilber-Beschichtung an den Rändern.
Henze, Hans Werner
Konvolut Briefe und Postkarten. 1956-1967
Los 2630
Zuschlag
3.000€ (US$ 3,448)
Henze, Hans Werner, einer der bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts (1926-2012). Konvolut von 50 Briefen, 1 Briefkarte, 6 Ansichts-Postkarten und 3 Bl. Notizen; davon 35 Teile handschriftlich, 22 maschinenschriftlich. Zus. 91 S. Meist gr. 4to. 1956-1967.
An seinen Liebhaber und späteren Biographen Klaus Geitel, renommierter Musik- und Tanzkritiker in Berlin (1924-2016). Meist sehr umfang- und inhaltsreiche Briefe, teils in tändelnd, neckischem Ton von Liebesbriefen, aber stets mit einer Fülle von Informationen über den Fortgang seiner kompositorischen Arbeiten, deren Aufführungen und Schicksale sowie über seine private Existenz (auch mit Mitteilungen aus seinem Sexualleben), seine Zusammenarbeit und Begegnungen mit Schriftstellern, Musikern und anderen prominenten Persönlichkeiten. Ein Großteil seiner zwischen 1956 und 1967 entstandenen Werke kommt zur Sprache. Breiten Raum nimmt z. B. Henzes Zusammenarbeit mit Klaus Geitel an der Oper "Der Prinz von Homburg" ein, deren Libretto zwar offiziell von Ingeborg Bachmann stammt, aber offenbar von Geitel für die Komposition erheblich mitgeprägt wurde. Einige Zitate:
"... der homburg wird inzwischen abgezogen auf matritzen und Dir zugesandt. meine gesamtdauer-minutage ist 130 minuten. die erste szene habe ich komponiert, genau 7 minuten. die erste reaktion auf den text den die inge [d. i. Ingeborg Bachmann] wirklich sehr clever und doll gemacht hat (darunter ein Liebesduett aus anderen Werken des Kleist zusammenmontiert, und ein schlusschor) war ein telegramm meines alten verlegers ludwig strecker (einer der immer was zu mummeln haben muss): bravo restlos einverstanden etc. ... ich selber habe auch ein sehr gutes gefuehl und habe mit viel konzemtration den neuen stil angespielt und ... bin sehr geruehrt von mir selber. es ist ganz was neues und unerwartetes ... die inge war sehr weg von Deinem schoenen brief. schreib mir doch bitte auch manchmal sowas! [8.VIII.1958] ... Dein homburg-brief ist die masche, und Du hast in allen Punkten recht. ich schicke es gleich an die inge, weil sie eh schon einige ezes hat & hie und da dran drehen muss. ein glück dass keine kritik [von Geitel] ueber die beiden ersten szenen dabei ist: denn die habe ich schon komponiert, heute beendet. das naechste ist die arie 'nun denn, auf deiner kugel, ungeheures' das mache ich morgen. heute will ich Dir nur erst mal sehr herzlich danken, mein lieber, fuer diese wirklich sehr wichtige freundestat ... ich bin doch sehr gluecklich, einen so cleveren freund zu haben ... habe irrsinnig geschuftet! aber die beiden ersten szenen stehn da, sind kurz und hauen hin. es ist eine neue musik, die bisher keiner weiss, nur das rumpelstilzchen. je mehr ich die worte des jungen kleist da lese, desto mehr gefallen sie mir & regen mich ja denn auch schon arch an ... zu Deinen homburg-korrekturen: ... die anmerkungen ueber kottwitz's schnellen meinungswandel in der schlacht und ueber den herold des entsetzens, wie ueber die herrliche aufklaerung werde ich ingeborg unterbreiten (der ich Dein skript schicke.) Deine ideen zur verbesserung des 2. aktes sollen alle akzeptiert werden ... uebrigens hatten wir schon Deinen vorschlag angenommen, drei akte zu machen und nicht zwei ... auch am schluss soll die ingeborg in Deinem Sinne drehen. Du weisst ja wohl, wie schwer es war, aus dem schweren prosa-apparat das herauszuloesen, was jetzt als libretto da steht (es sind auch zeilen aus 'penthesilea' und ich glaube den schroffensteins mit drin, kein wort von inge selber.) ...".
Viele Werke kommen zur Sprache, darunter das "Undine"-Ballett, "König Hirsch", "Die Bassariden" und natürlich "Der junge Lord". Henzes berufliche Beziehungen zu einem großen Teil der Prominenz des europäischen Musiktheaters auf seinen Reisen werden behandelt, darunter die Dirigenten Karajan, Dóhnanyi und Sawallisch. Henze, der ja immer qualitätvolle, bereits berühmte Textvorlagen für seine Kompositionen wählte, erörtert auch mancherlei unausgeführte Projekte. Und immer wieder lange Abhandlungen über Musiktheater im allgemeinen und seine Arbeiten im besonderen. - Beiliegend das 4seitige masch. Konzept eines Briefes von Geitel an Henze, 4 handschriftliche Briefe (einer auf der Rückseite eines Henze-Briefes) von dem Schauspieler Folker Bohnet, als dessen "lover" sich Henze bezeichnet, sowie eine handschriftliche Besetzungsliste. - Die große Brieffolge Hans Werner Henzes bildet eine außerordentlich dichte und aussagekräftige Chronik vom Leben und Schaffen des gefeierten Komponisten in der Epoche seiner größten Erfolge.
Ivogün, Maria
Brief an die Sängerin Henny Wolff über Aufnahmen ihrer "Zerbinetta"-Arie. 1964
Los 2631
Nachverkaufspreis
100€ (US$ 115)
Ivogün, Maria, weltweit gefeierte Sängerin, Sopran, Primadonna der Opernhäuser in München und Berlin (1891-1987). Eigh. Brief m. U. "Maria Ivogün". 2 S. Gr. 4to. Immensee 21.II.1964.
An die Sängerin Henny Wolff in Hamburg. Gibt ausführlich Auskünfte über die Schallplatten, die ihre berühmte "Zerbinetta"-Arie (aus Richard Strauss' Ariadne auf Naxos) enthalten, weil Henny Wolff diese für eine Schülerin beschaffen möchte. "... Ich würde mich aufrichtig freuen, wenn Ihre Schülerin mit dieser bezaubernden Rolle einen großen Erfolg hätte ...".
Kilpinen, Yrjö
Brief an Katharina Clauberg-Will. 1954
Los 2632
Nachverkaufspreis
300€ (US$ 345)
Kilpinen, Yrjö, finnischer Lieder-Komponist (1892-1959). Eigh. Brief m. U. "Yrjö Kilpinen". In deutscher Sprache. 13/4 S. Mit dem eigh. Umschlag. Gr. 4to. (Helsingfors) 18.X.1954.
An die Konzertsängerin Katharina Clauberg-Will in Schwerin. "... Es freut mich, dass Sie sich für die finnischen Lieder interessieren und habe ich dem Verlag Faser, Helsinki, den Auftrag gegeben meine Fiebellieder Heft I Ihnen zu senden ... Kennen Sie übrigens z. B. meine bei Bote & Bock (Berlin) erschienenen Lieder nach Gedichten von Morgenstern, Sergel u. v. Zwehl und können Sie sie dort haben oder bestellen? - Es freut mich, dass Sie Finnland und Ihren Aufenthalt hier vor so vielen Jahren noch nicht vergessen haben. - Vor einigen Tagen waren 7 Künstler aus Ost-Deutschland bei mir. Sie haben einige Konzerte mit sehr gutem Erfolg hier gegeben und waren sehr zufrieden mit ihrer Reise ...". - Allein von Christian Morgenstern hat Kilpinen 74 Gedichte vertont.
Krenek, Ernst
Brief und Postkarte + Beilagen an Grete von Zieritz
Los 2633
Zuschlag
1.000€ (US$ 1,149)
Ernst Krenek als Lehrer
Krenek, Ernst, österr.-amerik. Komponist, emigrierte 1938 in die USA (1900-1991). 1 eigh. Brief und 1 eigh. Postkarte m. U. "Ernst Krenek". Zus. 51/2 S. Gr. 8vo und 8vo. Belzig (Mark Brandenb.) 17.VII. bzw. Wien 16.VIII.1921.
An seine Schülerin, die angehende Komponistin Grete von Zieritz (1899-2001). Der Brief enthält eine ausführliche, sehr interessante Anleitung zur Komposition einer Fuge. "... Da ich ebenfalls erst am 12.-15. August in Wien eintreffe, so werden wir dort wenig Zeit zum Arbeiten haben. Ich möchte Ihnen daher empfehlen, bis dahin 4-5 Fugen zu schreiben, dann aber doch, wenn möglich, nach Wien zu kommen und sie mir zu zeigen. Ich würde Ihnen dann an Hand dieser Fugen sagen, woran es etwa fehlt und wir könnten in der uns zur Verfügung stehenden Zeit eine Musterfuge herstellen, mit der Sie dann weiterfahren können. Zur Komposition von Fugen wollen Sie bitte folgendes beachten: man braucht ein melodisch und rhythmisch prägnantes Thema (prägnant nicht mit gesucht zu verwechseln!), für den Anfang ohne starke Chromatik (mit einer latenten, aber deutlich erkennbaren Tonalität), aber doch mit einem chromatischen Keim, da es sonst schwer fällt, im Verlauf des Stückes die nötige Abwechslung in der Harmonie einzuführen. Die Themen sollen auch nicht zu lang sein. Sie können real oder tonal beantwortet werden, d. h. mit genauer Beibehaltung aller Tonschritte oder mit Abänderung der Tonika-Dominantschritte (Quintschritte) in Dominante-Tonikaschritte (Quart). Jene Beantwortung tritt ein, wenn das Thema zur selben Stufe zurückkehrt, von der es ausgeht ... Die Beantwortungen erfolgen in den einzelnen Stimmen schachbrettförmig: die 1. Stimme bringt das Thema, die 2. beantwortet es in der Dominante, die 3. bringt es in der Tonika u.s.w. ... Nach der 1. Durchführung folgt ein Zwischenspiel, das eventuell sequenzierend sein kann, die Stimme, die mit dem Thema wieder einsetzen soll, pausiert inzwischen. Es folgen Durchführungen und Zwischenspiele in beliebiger Anzahl und Tonart, auch Ausführung, wenn möglich ... Anfangs wollen Sie sich etwa auf 2-3 Durchführungen beschränken. Vom Schluß empfiehlt sich hie und da ein Orgelpunkt auf der Dominante. Die ganze Fuge nicht zu lang und musikalisch einem Höhepunkt zustrebend ... Klavieristische Bildungen (Akkordbrechungen, Passagen u. dgl.) sind auszuschließen! Möglichst durchsichtiger Klaviersatz! - Sie brauchen kein anderes Lehrbuch als das Wohltemperierte Klavier - kein Theoretiker reicht heran! ..." (Belzig 17.VII.). - Die Postkarte behandelt das geplante Treffen in Wien. "... Sie könnten mir dann gleich zeigen, was Sie gearbeitet haben, und wenn wir fleißig sind, können wir in einer Woche sehr weit kommen, falls Sie solang hier bleiben ...". - Beide Teile gelocht, die Karte zusätzlich mit Lochverstärker versehen. - 5 Beilagen: 1.) Eine nicht signierte Durchschrift des masch. Briefes (11/2 S., gr. 4to. Berlin 26.III. nach 1920) eines Berliner Musikverlegers an Franz Schreker, den Direktor der Berliner Staatl. Hochschule für Musik, mit einer warmen Empfehlung der Komponistin Grete von Zieritz für ein Stipendium, wobei er sich auf seine Freundschaft mit Josef Joachim, Richard Strauss und Hans Pfitzner beruft ("Diese Künstler von Rang können über meine Person, als uneigennütziger Kunstförderer [Maecen kann ich nach 1914 nicht mehr sein] Auskunft erteilen"). - 2.) Die Durchschrift eines handschriftlichen Briefes von Grete von Zieritz (11/3 S. Gr. 4to. Berlin 15.V.1984) an den österreichischen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger. - 3.) und 4.) Rudolf Kirchschläger, Bundespräsident Österreichs 1974-1986. 2 Briefe m. U. "Kirchschläger". Zus. 1 S. Gr. 4to. Wien 5.VII.1982 und 23.N.1984. - Jeweils an Grete von Zieritz, über geplante Aufführungen ihrer Werke bei Festwochen in Straßburg und Berlin. - 5.) Ein Berliner Zeitungsartikel über Grete von Zieritz im Dezember 1999.
Lehár, Franz, Operettenkomponist (1870-1848). Konvolut von eigh. Mitteilungen an eine Konzertsängerin. Verschied. Orte und Formate. 1925-1940.
Eigenhändige Mitteilungen verschiedener Art an die Sängerin und Gesangspädagogin Helene Holeczek in Wien: 1 Brief, 1 Briefkarte, 11 Ansichts- und Porträtpostkarten, 3 beschriftete Visitenkarten. Dazu eine Karte der Empfängerin mit Zusatz Lehàrs sowie ein Schreiben des Komponisten, in dem er Frau Reich Holeczek als Gesangspädagogin empfiehlt. Zus. 18 Teile.
"Gott, ist das Salzburg schön!"
Lehmann, Lilli, Sopranistin, eine der bedeutendsten Sängerinnen der Neuzeit, wirkte auch in Bayreuth, Mitbegründerin der Salzburger Mozart-Festspiele, Ehrenbürgerin von Salzburg (1848-1929). Eigh. Brief m. U. "Lilli". 4 S. Doppelbl. mit gedrucktem Briefkopf "Mozarteum Salzburg". Gr. 8vo. Salzburg 9.VIII.1917.
Umfangreicher, herzlicher Brief im Weltkrieg an ihren Ehemann, den Opernsänger Paul Kalisch, von dem sie bereits seit langem getrennt lebte. Bedankt sich für seinen Brief, in dem er von seinem Umzug in ein neues Heim erzählt und ihr dazu ein Exemplar seiner Memoiren ("Lebende Geschichten") geschickt hatte. "... wollte ich ... dir meine grosse Freude aussprechen, zu deinem Altersheim, das dir dein liebes Kind geweiht hat, in welchem du noch so lange du magst, uns aus deinen prachtvollen Erinnerungen so lange, so lieb, so heiter, ernst, köstlich erzählen sollst, die uns - mich wenigstens - ganz glücklich machen, uns die Jugendzeiten meiner Künstler-Laufbahn wieder vor Augen zaubern. Eben weil das Buch vor einigen Tagen kam, wollte ich doch Einiges gelesen haben um dir auch dafür noch von ganzem Herzen zu danken. Sie sind köstlich diese Erinnerungen ... Wie habe ich auch gelacht, so recht von Herzen über Vieles u. habe schon meinen lieben Wirten Vieles daraus vorgelesen, die sehr viel Sinn für Kunst haben ...". Spricht über die Einrichtung seiner neuen Wohnung und kommt dann auf eigene Tätigkeit als Gesangspädagogin zu sprechen. "... Ich bin sehr fleißig, täglich gehe ich um 8 aus dem Hause, lehre von 1/29 - 12, u. nachmitt. von 4-61/4 oder 1/3; habe Freude dran u. bin selig, daß ich über meiner Arbeit alles Weltgeschichtliche vergessen kann, was man hier viel weniger empfindet als anderswo, denn Natur und liebenswürdige Menschen machen einen Manches vergessen. Gott, ist das Salzburg schön! ... Vorgestern hatten wir Rich. Strauss hier, der eines seiner Quartette selbst spielte. Es war ausverkauft u. Mozart, Beethoven zogen an unseren Ohren vorbei, ein Hochgenuß sonder gleichen, die man in diesen Trommelfeuerzeiten nicht genügend anbeten kann. Strauss ist ein Till Eulenspiegel! Aber er lebt für Mozart u. er war sehr sehr lieb u. einfach in s. Wesen wie seine Frau auch, als wir nach dem Konzert noch zusammen waren ...". - Beiliegend ein kurzer Brief der 25jährigen Sängerin an einen Verehrer, dem sie ihr Bild schickt, "mit der Bitte mich im nächsten Jahre nicht zu vergessen ..." (Berlin 6.IX.1873).
Lind, Jenny
Brief an Antonia Kufferath in London. 1882
Los 2636
Nachverkaufspreis
120€ (US$ 138)
Lind, Jenny, weltberühmte schwed. Opern- und Konzertsängerin, die "schwedische Nachtigall", mit dem Pianisten und Komponisten Otto Goldschmidt verheiratet (1820-1887). Eigh. Brief m. U. "J.-L. Goldschmidt". In deutscher Sprache. 2 S. Doppelblatt mit Trauerrand. 8vo. (London) 20.III. (1882).
An die (nicht genannte) Sängerin Antonia Kufferath. "... Es würde für Sie gar kein Nutzen seyn die Arie aus der Zauberflöte vor dem Concerte mit uns zu singen. Ich werde Sie Donnerstag ... etwa um 11 Uhr des Vormittags erwarten ...". - Name der Adressatin und Datum von anderer Hand eingesetzt; am Rand kleine Einstiche von ehemaliger Fadenheftung.
Liszt, Franz
Brief mit Einladung zur Lohengrin-Uraufführung und zu Herder-Festlichkeiten. 1850
Los 2637
Zuschlag
2.800€ (US$ 3,218)
Liszt, Franz, Klaviervirtuose, Komponist und Dirigent(1811-1886). Eigh. Brief m. U. "F Liszt". 2 S. Gr. 8vo. Weimar 14.VIII.1850.
An einen Herrn, dem er für Klavierauszüge dankt und den er zu Weimarer Festaufführungen einlädt. "... Wagner's ideales Meisterwerk Lohengrin wird zu Goethe's Geburtstag am 28ten August, mit einem darauf bezüglichen Prolog von Dingelstädt [!], hier aufgeführt. - Sollte es Sie vielleicht interessiren, den Weymarer Herder Festen beizuwohnen, so ladet Sie freundlichst zur Vorstellung des entfesselten Prometheus (Ouverture und Chöre von mir componirt) am 24ten, - zu dem Messias von Händel am 25ten (dem Tag der Aufstellung des Herder Monuments) und zu den letzten General Proben von Lohengrin am 26ten und 27ten ...". - Die Uraufführung des "Lohengrin", die ursprünglich für Dresden geplant war, fand unter Liszts Leitung (Wagner weilte im Exil) am 28. August 1850 am Weimarer Hoftheater statt. Der Intendant war zu dieser Zeit der Schriftsteller und Bühnenautor Franz von Dingelstedt. - Der Brief ist leider nicht ganz vollständig: ein Nachtrag am Schluss endet mitten im Satz.
Martin, Frank, Schweizer Komponist (1890-1974). Eigh. Musikmanuskript (Bleistift), mit späterer eigh. Bezeichnung und Unterschrift "Frank Martin". 2 S. Folio. O. O. (wohl um 1968).
Musikmanuskript mit Text auf 17 Systemen, am Schluß nachträglich mit Tinte bezeichnet: "Fragment aus 'Maria Triptychon' (Magnificat)" und signiert. - Das "Maria-Triptychon" für Sopran, Violine und Orchester entstand 1968. - Beiliegend ein zugehöriges eigh. Kuvert aus Martins letztem Wohnort Naarden (Niederlande), Poststempel 3.V.[19]73.
Mascagni, Pietro, ital. Komponist, Hauptvertreter des Verismo (1863-1945). Eigh. Albumblatt m. U. "P. Mascagni". 1/2 S. Auf einem Kalenderblatt mit farbiger Bordüre. Gr. 8vo. O. O. 23.II.1893.
"Musik ist mein Leben. La musica è la mia vita. - P. Mascagni". - Auf der Rückseite des Blattes eine Eintragung m. U. des französischen Dramatikers und Schriftstellers Emile Moreau (1852-1922). 10 Zeilen: "Je remonte quelques pages et à la date de naissance de Sardou, mon maitre et ami, je trouve une reflexion bien savonareuse et qui me laisse inquiet ...".
Messchaert, Johannes
Brief an den Dirigenten Hermann Kutzschbach in Mannheim. 1907
Los 2640
Zuschlag
200€ (US$ 230)
Messchaert, Johannes, Bariton, weltberühmter holländ. Konzertsänger und Gesangspädagoge, meist in Deutschland tätig (1857-1922). Eigh. Brief m. U. "Joh. Messchaert" und Umschlag. In deutscher Sprache. 21/2 S. 8vo. Frankfurt a. M. 5.X.1907.
An den Hofkapellmeister Hermann Kutzschbach in Mannheim. Über ein geplantes Konzert Messchaerts in Mannheim. "... Indem ich nicht blos die günstigste Lage für meine Stimme, sondern auch die besten Klangverhältnisse und ein Vermeiden von Modulationen zwischen den einzelnen Nummern im Auge habe, wähle ich nachfolgende Tonarten ... Ich freue mich sehr, Dichterliebe mit Ihnen zu machen, und indem der Klavierpart gerade so wichtig ist wie der Gesang, darf ich wohl auf ein besonders gutes Instrument rechnen ? ...". - "Er galt ... als der bedeutendste Konzertsänger seiner künstlerischen Generation" (Kutsch-Riemens, Sängerlexikon).
Milder-Hauptmann, Anna
Brief an Henriette Solger in Dresden. 1836
Los 2641
Zuschlag
340€ (US$ 391)
Milder-Hauptmann, Anna, gefeierte österr. Opernsängerin (Sopran), Beethovens "Leonore" in den Uraufführungen aller drei Versionen des "Fidelio", ab 1816 kgl. Hofopernsängerin in Berlin, wo sie auch unter Felix Mendelssohn in der Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion in der Singakademie mitwirkte (1785-1838). Eigh. Brief m. U. "Anna Milder". 2 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. 8vo. Dresden 17.V.1836.
An Henriette Solger (1790-1867), Witwe des Philologen und Philosophen Karl Wilhelm Ferdinand Solger (1780-1819), welche die Sängerin eingeladen hatte. "Gern hätte ich mir die Ehre gegeben, Ihnen ... meinen persönlichen Besuch zu machen, allein ich bin von meiner Krankheit in Wien und der Reise sehr angegriffen. Sollte es Ihre Zeit zu lassen, mich mit einem Besuch erfreuen zu wollen, würde es mir unendlich angenehm sein. Fräulein Tochter hoffe ich, auch zu sehen. Uebermorgen reise ich wieder ab. Wohne im Hôtel de Pologne 1 Treppe ...". - Zu den zahlreichen Komponisten, die Werke speziell für Anna Milder-Hauptmann schufen, gehörten Beethoven, Cherubini, Weigl, Spontini und Franz Schubert. - Beiliegend eine handschriftliche Liste mit dem am 1. Januar 1817 jeweils zu zahlenden "Neujahrsgeld" an das gesamte technische Personal eines (nicht genannten) Theaters: 25 Funktionsträger mit sehr unterschiedlichen Besoldungen. Interessanter Überblick über das nicht-künstlerische Personal eines Theaters um 1817.
Milhaud, Darius
5 Briefe an ein Klavier-Duo. 1964-1966
Los 2642
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 690)
Milhaud, Darius, franz. Komponist (1892-1974). 5 eigh. Briefe m. U. "Milhaud". Zus. 51/2 S. Folio, 4to und gr. 8vo. Oakland, Paris und Aspen 1964-1966.
Mit Musik-Thematik gefüllte Briefe an das deutsche Klavier-Duo Lieselotte Gierth / Gerd Lohmeyer. Er lobt ihre Schallplatten-Aufnahmen ("Vous êtes les interprêts parfaits"), empfiehlt seine Werke und berichtet über seine Konzerte. "... Je suis très heureux que vous vous interessez à mes oeuvres pour deux pianos. Si un jour vous avez une bande de la Suite op 300, envoyez la moi car je n'ai jamais entendu ce morceau. Connaissez vous mon Concerto 2 pianos et orchestre? J'ai écrit récemment un Concerto pour 2 pianos et percussion, qui va été publié chez Eschig 48 Rue de Rome Paris dont l'Agent est Schott à Mayence. Il pourrait vous en communiquer une partition si cela vous interesse ...". Schreibt über absolvierte und bevorstehende Konzerte, beantwortet einen Fragenkatalog der Adressaten und zeigt sich glücklich über eine bevorstehende Aufführung seines "Concerto avec Percussion" in Stuttgart, die er auf Wunsch auch dirigieren könne. - 1 Brief gelocht, 3 andere mit leichter Büroklammer-Rostspur.
Nurejew, Rudolf
Signiertes Foto mit Margot Fonteyn 1968 + sign. Foto mit Reinholm und Gsovsky
Los 2643
Zuschlag
220€ (US$ 253)
Nurejew, Rudolf, weltberühmter Ballettänzer (1938-1993). Gedruckte Porträt-Fotografie mit eigh. Signatur "R. Nurejew" (grüner Filzstift) sowie mit der Signatur (Kugelschreiber) seiner Bühnen-Partnerin Margot Fonteyn (1919-1991). 21,5 x 29 cm. (Wohl Berlin 8. Nov. 1968).
Geschrieben wohl anläßlich einer Aufführung von Adolphe Adams Ballett "Giselle" an der Deutschen Oper Berlin. - Rückseitig eine weitere Signatur. - Beiliegend eine Kopie der Besetzungsliste aus dem Programmheft. - Ferner beiliegend ein Rollenfoto, das den Tänzer Gert Reinholm als "Hamlet" in dem gleichnamigen Ballett von Tatjana Gsovsky und Boris Blacher in Berlin zeigt, auf der Bildseite von Reinholm und der Choreographin Tatjana Gsovsky und von Boris Blacher signiert und datiert 7. Januar 1967.
Offenbach, Jacques
Musikmanuskript seines Revolutionsliedes. Köln 1848
Los 2644
Zuschlag
1.800€ (US$ 2,069)
Offenbach, Jacques, dt.-franz. Komponist (1819-1880). Eigh. Musikmanuskript mit deutschem Text. 3 S. Doppelblatt. Schmal-kl. folio. (Köln 1848).
Wohl die erste Niederschrift seines Revolutionsliedes "Gott grüß Dich, Bürger, Camerad ...". 54 Takte auf 35 Systemen. Partitur des vierstimmigen Männerchors mit Text; die Klavierbegleitung ist ausgespart. Mit vielen Streichungen und Verbesserungen. - Offenbach war 1848 vor der französischen Revolution aus Paris in seine Heimatstadt Köln geflüchtet und geriet dort in die deutschen Unruhen, die ihn bald begeisterten und zu diesem Lied anregten. Der Text stammt von dem Buchhändler C. O. Inkermann (Pseudonym Sternau). Dieses "Kölner Bürgerwehrlied" wurde am 15, Juni 1848 in einem Konzert des Kölner Bürgerwehr-Musikkorps uraufgeführt. - Seite 3 etwas tintenfleckig.
Patti, Adelina
Großes Porträtfoto, zusammenmontiert mit einem Albumblatt. 1882
Los 2645
Zuschlag
150€ (US$ 172)
Patti, Adelina, weltberühmte ital. Sopranistin, eine der großen Primadonnen des 19. Jhdts (1843-1919). Große Porträt-Fotografie unter Passepartout (ca. 24 x 18 cm), darunter ebenfalls einmontiert ein eigh. Albumblatt m. U. "Adelina Patti". St. Louis (USA) 5.II.1882.
"Music is to the other arts, considered as a whole, what religion is to the Church. - To Miss Katie Pope. In kind remembrance of Adelina Patti". Die seltene großformatige Aufnahme (Kniestück) zeigt die Sängerin in bäuerlicher Tracht auf einem Stuhl sitzend, den Blick in die Kamera gerichtet.
Penderecki, Krzysztof
Porträt-Fotografie mit Notenzitat und Widmung. 1977
Los 2646
Zuschlag
140€ (US$ 161)
Penderecki, Krzysztof, polnischer Komponist (1933-2020). Porträt-Fotografie mit eigh. Notenzitat, Widmung und Unterschrift auf der Bildseite. Mit grünem Filzstift. 21 x 14 cm. Berlin 3.VI.1977.
Geschrieben anläßlich einer Aufführung seines "Magnificat" mit dem Berliner Philharmonischen Orchester in der Berliner Philharmonie.
Pfitzner, Hans, Komponist (1869-1940). Brief m. U. "Dr. Hans Pfitzner". 11/2 S. Gr. 4to. München 9.IX.1940.
Umfangreicher Brief an die Sängerin Maria Ivogün (1891-1987, Sopranistin, Primadonna der Münchener Oper, "eine der schönsten Koloraturstimmen des 20. Jahrhunderts"). Ausführlich über einen lange zurückliegenden Konflikt mit der Sängerin, für dessen Veranlassung sie jetzt um Verzeihung gebeten hatte. Pfitzner hatte 1923 sein op. 33 ("Alte Weisen") mit Widmung an Maria Ivogün und ihren damaligen Ehemann Karl Erb versehen, die Uraufführung jedoch, weil der Ivogün der Termin nicht passte, einer anderen Sängerin überlassen. Daraufhin ignorierte die bewidmete Frau Ivogün diese Lieder demonstrativ über Jahrzehnte, bis der vorliegende Brief Pfitzners eine Versöhnung anbahnte. "... Als ich Ihnen damals die Lieder widmete, war das von mir keine konventionelle Handlung, sondern eine Tat, die aus menschlicher Sympathie und künstlerischer Hochachtung zu gleichen Teilen gemischt war. Ich dachte auch an Ihre Stimme und Eigenart, wie namentlich das Lied 'Singt mein Schatz, wie ein Fink' bezeugt, welches das einzig kolorierte Klavierlied war, welches ich geschrieben habe ... Sie haben nun diese Ihnen im vollsten Sinne zugedachten Lieder niemals gesungen und mir damit vor der Welt die Rolle eines schwärmerischen Primaners zugeteilt, der die Erzeugnisse seiner Feder einer angebeteten Diva widmet, welche diese natürlich niemals singt. Da ich auf meinen Namen auch etwas halte, hatte ich seinerzeit meinen Verleger angewiesen, die Doppelwidmung ganz zu streichen. Aber jetzt, nachdem wir versöhnt sind, soll sie wiederhergestellt werden und zwar nur Ihr Name, keine Doppelwidmung mehr. Ich werde Sie also fortan als Ighino, Christelflein und sogar als Agnes, die Sie ein einziges Mal gesungen haben, in Erinnerung bewahren, aber auch als Maria Ivogün ...". - Wie tief die Primadonnenlaune Pfitzner seinerzeit gekränkt hatte, wird aus einer Anekdote um Bismarck und Wrangel erkennbar, mit der Pfitzner etwa die erste Hälfte des Briefes füllt, um seinen Standpunkt "Nicht vergessen, aber verzeihen" zu motivieren. - Vgl. über den Konflikt auch W. Abendroth, Hans Pfitzner, S. 365.
Popper, David, bedeutender böhmischer Cellist, Komponist und Musikpädagoge, ab 1868 Solocellist an der Wiener Hofoper, später Gründer des europaweit berühmten Hubay-Popper-Quartetts (1843-1913). Portrait-Photographie (Lichtdruck) mit eigh. Widmung u. U. "David Popper" unter dem Bild. Ca. 24 x 16 cm. Unter Glas in zeitgenöss. Rahmen mit Vergoldung. Braunschweig 21.I.1900.
"Dem trefflichen Collegen Johannes, für den ich die gleichnamige 'Passion' empfinde! David Popper." - Die Aufnahme (Kniestück, im Oval) von J. Schmidt in Frankfurt a. M. (hier in einem Wiener Lichtdruck) zeigt den Künstler sitzend, die Hände (die linke mit Zigarette) auf dem Knie übereinander gelegt. - 1901-1905 erschien in vier Heften Poppers "Hohe Schule des Violoncellospiels", die bis heute als eines der wichtigsten Standardwerke der Cello-Literatur gilt.
Reutter, Hermann, Komponist und Pianist (1900-1985). Konvolut von 4 eigh. Briefen und 5 Karten m. U. "Hermann". Zus. 101/2 S. Die Briefe in gr. 4to. USA, Italien, Österreich, Schweiz und Deutschland 1957-1967.
An Freunde in Stuttgart. Die umfangreichen Briefe aus San Francisco, New Haven und Bad Hofgastein, die Ansichtskarten aus USA, Österreich und der Schweiz.
Viele private, freundschaftliche Mitteilungen von Reisen und Konzert-Erfolgen; die Postkarten mit kurzen Nachrichten und Grüßen. Eine Brief-Karte ohne Unterschrift.
Schröder-Devrient, Wilhelmine
Brief an einen Konzertveranstalter. 1833
Los 2650
Zuschlag
340€ (US$ 391)
"je viens de chanter le Fidelio"
Schröder-Devrient, Wilhelmine, geniale Sängerin, in Dresden, Wien, Paris und London gefeiert, begeisterte Beethoven und Wagner als "Leonore" im "Fidelio", wirkte in drei Wagner-Uraufführungen mit (1804-1860). Eigh. Brief m. U. "Wilhelmine Schroeder Devrient". In franz. Sprache. 1 S. Kl. 8vo. O. O. (1833).
An einen Konzertveranstalter, der sie um Mitwirkung in einem Konzert gebeten hatte. Antwortet bedauernd, "qu'il m'est parfaitement impossible de chanter ce soir à votre Concert. Je viens de chanter le Fidelio, et je suis tellement accablé de chaleur et de fatigue, que malgré toute ma bonne volonté il ne m'est pas possible de chanter encore ce soir ...". - Wilhelmine Schröder-Devrient gilt als eines der bedeutendsten dramatischen Talente unter den Sängerinnen des 19. Jahrhunderts; alle großen Komponisten und anderen Musiker ihrer Zeit sprachen in Ausdrücken höchster Bewunderung und Begeisterung von der Sängerin, die Jahrzehnte lang als Primadonna an der Dresdener Hofoper wirkte. "Ihre Leonore im 'Fidelio' ist als unvergleichliche und unerreichbare Leistung in die Geschichte der Gesangskunst eingegangen; der große Pianist Ignaz Moscheles stellte ihre Gesangskunst über die der unvergeßlichen Maria Malibran" (Kutsch/Riemens, Sängerlexikon).
Schumann, Clara, geb. Wieck, Robert Schumanns Gemahlin, überragende Pianistin und Komponistin (1819-1896). Postkarte m. U. "Clara Schumann". 1 S. (Frankfurt a. M. 4.X.1889).
An den Komponisten Jacob Rosenhain in Baden-Baden. "... Bitte schreiben Sie mir auf umstehender Carte Titel und Namen der Leute, die mein Haus in Lichtenthal gekauft mit; ich weiss es nicht genau. - Uns geht es gut ...". - Clara Schumanns altes Haus befand sich in der Lichtenthaler Straße Nr. 14. In derselben Straße Nr. 8, also beinahe als Nachbar, wohnte Johannes Brahms. - Mit vertikaler Falte und repariertem kleinen Randdefekt.
Strauss, Richard
Signierte musikalische Anweisungen zur "Ariadne". 1915
Los 2652
Zuschlag
500€ (US$ 575)
Strauss, Richard, Komponist und Dirigent (1864-1949). Eigh. musikalische Anweisungen m. U. "Dr. Richard Strauss". 1 S. Notizblock-Blatt. Schmal-8vo. O. O. 9.IX.1915.
Eigenhändige Änderungs-Anweisungen für die Aufführung der Neufassung seiner "Ariadne auf Naxos". Aus dem Nachlaß der Sopranistin Maria Ivogün, die in der Premiere an der Wiener Hofoper (4.X.1916) die "Zerbinetta" sang. "... 31/2 Takte vor 136 [.] Holzbläser u. Hörner eventuell bis 136 streichen ... 141 [.] Clarineten u. Klavier streichen bis 142. - 142 [.] Fagotte 2 Takte weglassen u. Alles was sonst noch die Sängerin denkt ...". - Am Schluß signiert. - Knickfalte mit Einriss.
Strauss, Richard (1864-1949). Eigh. Postkarte m. U. "Dr Richard Strauss". 1 S. Auf Karton montiert. Garmisch 9.II.1932.
An einen Dr. Abea. "... Interessieren Sie sich noch für 'Musik'? Dann hören Sie sich bitte die Motette des fleißigen Herrn Seidmann an u. berichten Sie mir, ob die Aufführung gut war. Das Werk ist nämlich so schwer, daß s. Z. nicht einmal Rückl eine perfekte Wiedergabe fertig bringen konnte. Grüßen Sie Steinitzer u. nehmen Sie ihn mit nach Dr! ...". - Darunter, auf dasselbe Kartonblatt montiert, das gedruckte Programm der Aufführung "Deutsche Motette" von Richard Strauss, dirigiert von Bernhard Seidmann am 14. Februar 1932 in der Dresdener Sophienkirche. - Dabei: Richard Strauss. Porträtfoto-Postkarte m. U. "Dr Richard Strauss" unter dem Bild (Unterschrift stark ausgeblichen). Zusammen mit dem Theaterzettel einer Münchener "Elektra"-Aufführung vom 12. Juni 1924 am Nationaltheater sowie mit 2 Eintrittskarten auf ein Kartonblatt montiert. Eine Entrittskarte ist von der Sängerin Anna Bahr-Mildenburg signiert. - Ferner beiliegend: Richard Strauss. Der Rosenkavalier. Komödie für Musik in drei Aufzügen. Orchester-Partitur zum Studiengebrauch (bearb. von Clemens Krauß). 519 S. (27 x 20 cm). Priv. Kunstlederband mit Rücken- und Deckeltitel. Berlin, Fürstner o. J. - Mit vielen Bleistift-Notizen zum Zweck einer Aufführung. - Derselbe. Ariadne auf Naxos. Oper in einem Aufzuge. Arrangement von Otto Singer. Vollständiger Klavier-Auszug mit deutschem Text. (32,5 x 26 cm). Priv. Kunstlederband mit Rückentitel. Berlin, Fürstner, o. J.
Toscanini, Arturo, ital. Dirigent, Musikdirektor der Mailänder Scala und der Metropolitan Opera, emigrierte 1937 in die USA, gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jhdts (1867-1957). Portät-Photographie mit eigh. Widmung, Datum und U. "Arturo Toscanini". Auf Karton gewalzt. 29,5 x 22,5 cm. Unter Glas in zeitgenöss. Holzrahmen. Berlin 29.V.1929.
"Omaggio di Arturo Toscanini. Berlin 29 - 5 - 929". Die Aufnahme des Studios Vaghi zeigt den Künstler im Brustbild, mit Frack und Fliege. - Im Papier des unteren weißen Randes schwache Spuren einer Rasur.
Verdi, Giuseppe
Signiertes Musikmanuskript aus "Un Ballo in Maschera". 1859
Los 2655
Zuschlag
9.000€ (US$ 10,345)
Verdi, Giuseppe, ital. Opernkomponist (1813-1901). Eigh. Musikmanuskript m. U. "G Verdi". 1/2 S. Auf handgezogenem Notenpapier mit Goldschnitt. Quer-folio. Auf ein Untersatzblatt montiert. Rom 26.II.1859.
"Ballo in Maschera". 9 Takte auf 5 Systemen, mit Text. Arie des Riccardo aus der 10. Szene des I. Aktes der Oper "Un Ballo in Maschera". Geschrieben 9 Tage nach der am 17. Februar 1859 erfolgten Premiere im römischen Teatro Apollo. Den Part des Riccardo sang Gaetano Fraschini. Titel, Schauplatz und Inhalt hatte Verdi ändern müssen, ehe die Oper in Italien und dann weltweit aufgeführt werden konnte. - Leicht gewellt und mit geringen Tintenspuren von einem anderen Blatt. - Beiliegend eine Porträt-Photographie Verdis (neuerer Abzug; 17,3 x 12,3 cm).
Wagner, Richard
Ausführlicher Brief über "Tristan und Isolde". 1860
Los 2656
Zuschlag
8.000€ (US$ 9,195)
Die Planung der "Tristan"-Uraufführung
Wagner, Richard, Komponist und Dirigent (1813-1883). Eigh. Brief m. U. "Richard Wagner". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 8vo. Paris 9.I.1860.
An den (nicht genannten) Schauspieler Emil Bürde, Ehemann der Dresdener Primadonna Jenny Bürde-Ney. Sehr umfangreicher und bedeutender Brief über Wagners Bemühungen in Paris, die Organisation, Besetzung und Finanzierung der Uraufführung von "Tristan und Isolde" zuwege zu bringen. Bedankt sich für die Unterstützung seines "Unternehmens" und die Zusage der Frau des Adressaten, die Partie der "Isolde" zu übernehmen. Wagner erklärt zunächst ausführlich die Schwierigkeiten bei der Besetzung. "... Die Zusage Ihrer verehrten Frau setzt mich in den Stand, über alle Schwierigkeiten zu triumphiren, die sich meinem Hauptwunsche, eine erste Aufführung von 'Tristan und Isolde' unter meiner so nöthigen persönlichen Leitung zu Stande zu bringen, entgegen setzten. Die größten Schwierigkeiten lagen darin, mir eine doppelte Besetzung der anstrengenden Hauptpartien dreier meiner Opern zu versichern, weil ich glaubte, nicht anders auf die Kosten kommen zu können, als wenn diese in der bestimmten Zeit so häufig wie möglich Vorstellungen gäbe, und hierzu natürlich zweier andrer Opern noch benöthigt gewesen wäre. Zuerst zerschlugen sich meine Aussichten auf Wien, weil dort im Mai kein Urlaub gegeben werden konnte; sodann machte mir zuletzt Tichatscheck so ganz unvorhergesehene Schwierigkeiten, dass ich einsah, ich müsse auf seine Mitwirkung verzichten ...". Er habe nun überlegt, wie er die Problematik vereinfachen könne. "... Dieser Zweck ist erreicht, die erste Aufführung meines neuen Werkes zu ermöglichen, und dies ist mir nun gesichert, sobald Ihre liebe Frau mir zuversichtlich erhalten bleibt. Ich gebe jetzt nur den 'Tristan', und engagire dazu nur die Sänger, deren eben bedarf. Diese sind Frau Bürde, Hr. Niemann, Mitterwurzer, zur Brangäne vielleicht Frau Nimbs in Hannover; (zu König Marke bedarf ich noch einer guten Empfehlung).
Somit gestaltet sich mein Plan so: Ihre liebe Frau erhält Partie und Klavierauszug in wenigen Wochen, um mit der (ich gebe zu: schwierigsten) Partie sich vorläufig vertraut zu machen. In der zweiten Hälfte des April treffen die Sänger hier ein: wir machen bis 1. Mai die ungestörtesten Klavierproben, betreten dann die Bühne, und können so das Werk gewiss noch vor Mitte Mai herausbringen, von wo an bis Ende Mai wir auf 6 schöne Aufführungen des Werkes mindestens wohl hoffen dürfen. Die Kosten, die sich nun vereinfachen, erlauben mir den größten Aufwand auf diese 6 bis 7 Vorstellungen zu verwenden. Während der Proben, auch wohl, falls Störungen durch mögliche Unpässlichkeiten eintreten, wiederhole ich die Conzertaufführungen, mit denen ich jetzt schon auftrete, um dadurch mit zu Deckung der Kosten beizutragen ...". Geht dann weiter auf die Kosten ein (Frau Bürde-Ney glaubt er 4000 Francs zusichern zu können) und bemüht sich, Begeisterung für das Unternehmen zu wecken: "... seien Sie versichert, dass wir einen grossen Triumph feiern werden, und - dess' bin ich gewiss - Ihre Liebe Frau sollte Freude an dieser Isolde haben, weil sie damit in Deutschland ein Licht dann aufstecken soll ...". - Bekanntlich erwiesen sich all diese Pläne als Luftschlösser, und die Uraufführung von "Tristan und Isolde" fand erst 1865 in München statt, wo von den in diesem Brief noch vorgesehenen Künstlern nur Anton Mitterwurzer tatsächlich mitwirkte. - Nicht bei Altmann. - Großartiger Brief über die frühen "Tristan"-Pläne Wagners im Exil.
Wagner, Siegfried
Brief mit Porträt und beiliegendem Bayreuth-Album. 1909
Los 2657
Zuschlag
340€ (US$ 391)
Wagner, Siegfried, Sohn Richard Wagners, Komponist und Dirigent, Leiter der Bayreuther Festspiele (1869-1930). Auf Karton gewalzte Portrait-Photographie m. U. "Siegfried Wagner" und eigh. Brief auf der Rückseite. 23,8 x 19,5 cm. O. O. (wohl Januar 1909).
An einen Herrn Wecker, dem er für eine "poetische Weihnachtsgabe" dankt. "... Dass Sie sich im Getriebe des Theater-Wesens noch so viel Musse erhalten haben, schreiben zu können, ist bewunderungswürdig. - Leider kann ich wegen der Mitwirkung in Bayreuth nichts Gutes künden. Dieses Jahr ist der Chor um 25 Mitglieder verringert gegen das Lohengrin-Jahr. Es gibt also sowieso schon Jammern und Stöhnen von den 25, die wegbleiben müssen! Wir können daher keine Neuen dazunehmen! Das würde noch grösseren Verdruss geben. Sagen Sie das Ihrem Kollegen, es ist wohl der, der im Wildfang so nett tanzte? ...". Siegfried Wagners Oper "Herzog Wildfang" war 1901 in München uraufgeführt worden. - Die Aufnahme des Ateliers Boissonnas et Eggler zeigt den Künstler im Brustbild en face (Bildformat 11 x 8,4 cm). - Das Foto etwas verblasst. - Dabei: Ein neueres Foto-Album, enthaltend 67 nicht signierte Fotos mit Bayreuther Portraits, Rollen- und Szenenbildern aus den Jahren 1965-1968 (Format meist 14,5 x 10,2 cm), ferner ein Kabinett-Foto Richard Wagners (Bruckmanns Portrait-Collection Nr. 180, Format 17 x 11,3 cm; idealisierte Darstellung, vielleicht nach dem Foto bei Geck 30 A) sowie 14 signierte Rollenfotos (meist Postkarten) und 4 weitere, nicht signierte Rollenfotos verschiedener Formate. - Die Bilder jeweils mit Foto-Ecken lose einmontiert. Beachtliche Sammlung mit qualitätvollen Aufnahmen der Sänger und Sängerinnen Wolfgang Windgassen, Gustav Neidlinger, Theo Adam, Anja Silja, Astrid Varney, Thomas Stewart, Hans Hotter, Josef Greindl, Leonie Rysanek, Hermann Prey, Birgit Nilsson, James King, Martha Mödl und anderen sowie Porträts und zahlreichen Bühnenbildern von Wieland und Wolfgang Wagner. - Unter den signierten Rollenporträts finden sich Martha Mödl, James King, Hans Beirer, Tomislav Neralic, Otto Wiener, Gerd Nienstedt, Sandor Konya und Rudolf Gomzar. - Reiches Material aus der Zeit der Hochblüte der Ära Wieland und Wolfgang Wagner in Bayreuth.
Walter, Bruno
Brief an die Sängerin Maria Ivogün auf der Rückseite eines Fotos. 1958
Los 2658
Nachverkaufspreis
170€ (US$ 195)
Walter, Bruno, hervorragender, international gefeierter Dirigent, Generalmusikdirektor der Münchener Hofoper, Nachfolger Furtwänglers als Leiter des Leipziger Gewandhaus-Orchesters, emigrierte nach 1933 in die USA (1876-1962). Eigh. Brief m. U. "Bruno Walter" auf der Rückseite einer Fotografie. Quer-8vo. Beverly Hills 16.XII.1958.
An die Sängerin Maria Ivogün. "... Das umstehende Bild stammt aus der Zeit der Uraufführung des Palestrina und möge Sie erinnern an Ihre liebreizende Leistung als Ighino - auch an die unvergessliche Darstellung des Silla (und den großen Schöpfer des Werkes und seinen Dirigenten) ...". - Das Foto (späterer Abzug) zeigt Bruno Walter und Hans Pfitzner, an einem Tisch sitzend, beim Partiturstudium - Maria Ivogün hatte 1917 bei der Uraufführung des "Palestrina" unter Bruno Walter in München den "Ighino" gesungen.
Walter, Bruno
Brief an die Sängerin Maria Ivogün in Murnau. 1961
Los 2659
Zuschlag
120€ (US$ 138)
Walter, Bruno (1876-1962). Masch. Brief m. U. "Bruno Walter" und eigh. Nachschrift. 1 S. Gr. 4to. Beverly Hills 3.X.1961.
An die Sängerin Maria Ivogün in Murnau (Bayern). Dankt für ihr Telegramm zu seinem 85. Geburtstag. "... Gestern Abend sind Sie mit groesster Eindringlichkeit in Delia's und meinem Gedaechtnis erschienen: Wir hoerten eine Platte von Mozart's 'Don Juan' und bei jedem Ton der Zerline waren Sie uns gegenwaertig mit einem Reiz wie niemand sonst! ...". Mit einem handschriftlichen Postscriptum: "Ich hatte meiner Sekretärin 'Liebste Freundin Ivo' diktiert, was sie zu Frau heruntergestimmt hat - ich aber beharre bei 'Freundin'." - Gelocht.
Schmidt, Johann Philipp Samuel
Brief über seine Bearbeitungen von Webers Werken. 1821
Los 2660
Zuschlag
220€ (US$ 253)
Weber, Carl Maria von. - Schmidt, Johann Philipp, Berliner Komponist, Musik-Schriftsteller und -Bearbeiter, langjähriger Musikkritiker der Spenerschen Zeitung (1779-1853). Eigh. Brief m. U. "J. Schmidt". 1 S. Folio. (Berlin) 24.IX.1821.
An den (nicht genannten) Berliner Verleger und Musikalien-Händler A. M. Schlesinger. Über Schmidts Herstellung von Klavier-Auszügen zu Werken Carl Maria von Webers und anderer Komponisten für Schlesingers Verlag. Übersendet diesem "nun endlich die Ouv. zum 'Freischütz', 4händig von mir eingerichtet und C. M. v. Weber dedicirt. Ich würde, ohne Berücksichtigung Ihrer mir sonst erzeigten Gefälligkeiten und den Genuß bei der Arbeit selbst, dieses kleine Opus nicht unter 2 frd'or Honorar (wie die Ouv. zu Cortez) liefern können. So aber bitte ich Sie bloß mir meinen Rechnungs-Auszug saldirt gefällig zuzuschicken, der nicht von Belang seyn kann, indem ich Preciosa und die Beethovensche Sonate als ein Gratial für Correctur und Manuscript von Ihnen erhalten habe ...". - Zählt weitere bearbeitete und der Sendung beiliegende Kompositionen auf und nennt am Schluß noch einmal "2 Hefte 4 mains Sachen von C. M. v. Weber. Die Ouv. vom Freischütz habe ich auf eigne Kosten in 2 Stimmen gegen einander schreiben laßen. - Die Correctur vom CoB. d. Freischütz erhalten Sie Morgen auch. Es ist nur übel, daß ich immer das Original-Manuscript nicht mit erhalte und so auswendig bloß nach dem Gedächtniß corrigiren muß ...". - Dabei: Derselbe. Eigh. Billet m. U. "J. P. Schmidt". 1 S. Quer-4to. (Berlin) 28.II.1821. - "Ueber das Alexander-Fest [von Händel] werde ich Ew. W. bis Morgen Mittag - eher kann ich nicht - einen Aufsatz zur Sonnabendzeitung zusenden. Die Carnevals Opern sind ja alt und über Tancredi [von Rossini] ist schon mein Aufsatz erschienen. Aber über Orfeo [von Gluck?] behalte ich mir Mittheilung vor ...". - Interessante Informationen über Zeit und Umstände der ersten "Freischütz"-Bearbeitungen für Schlesingers Musikverlag.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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