Gasch, Walther
"Abendstimmung am Tyrrhenischen Meer"
Los 6408
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.750€ (US$ 4,310)
"Abendstimmung am Tyrrhenischen Meer".
Mineralfarbe über Grundierung auf Leinwand. 102,5 x 96,5 cm. Unten rechts datiert, signiert und bez. " 1927 / W. GASCH. / DRESDEN." sowie mit dem Künstlersignet, verso auf dem Keilrahmen und der Leinwand mit eigenhändigen Beschriftungen: "Abendstimmung am Tyrrhenischen Meer", die Adresse des Künstlers in Dresden sowie Angaben zur Technik und Pflege des Gemäldes.
Protagonistin dieses Gemäldes ist das tiefe Azurblau des Mittelmeeres, das in Walther Gaschs Interpretation zum Scharnier zwischen dem schmalen, von Kakteen und Sträuchern bewachsenen Küstenstreifen und dem sich darüber auftürmenden Wolkengebilde ist. Den Ausblick auf dieses eigentümliche Luftschloss säumen gleich einsamen Wächtern hochaufragenden Zypressen an den Bildrändern. Der stillen Landschaft haftet etwas Surreales an, das sich aus der versatzstückartigen Zusammenlegung der Bildelemente und dem schwelgerischen Leuchten der Farben ergibt. Vertrautes wird dadurch ins Unwirkliche gesteigert, was der Künstler im Pendant (Los 6409) durch die Wahl des Titels „Atlantis“ unterstreicht.
"Atlantis".
Mineralfarbe über Grundierung auf Leinwand, verso mit Holzabdeckung. 102,5 x 96,5 cm. Unten rechts signiert und datiert "WALTHER GASCH 1927" sowie mit dem Künstlersignet, verso auf der Holzabdeckung eigenhändig betitelt "Atlantis" sowie mit weiteren eigenhändigen Beschriftungen u.a. erneut datiert, Künstleradressen in Dresden und Leipzig sowie Angaben zur Technik und Pflege des Gemäldes.
Schaffende Kräfte.
13 (von 20) Radierungen, 19 (von 20) Aphorismen und faksimilierte Einleitung des Künstlers. Die Radierungen je ca. 19,5 x 19,5 cm; die Aphorismen je ca. 9,7 x 9,7 cm. Lose Blatt in Orig. Leinenmappe mit radiertem Deckeltitel (die Laschen mit leichten Knickspuren). Die Radierungen sämtlich unten links mit Bleistift monogrammiert "WH". Auflage 30 Ex. 1909.
Das Mappenwerk "Schaffende Kräfte" ist ein Schlüsselwerk im künstlerischen Œuvre Habliks. Bei dem Werk, das vom Entstehen und Werden des Kristalls, von der Geburt, dem Sein und dem Tod erzählt, handelt es sich um die wohl wichtigste Graphikfolge des utopischen Expressionismus. Die Folge bestehend aus 20 Radierungen und 20 Aphorismen wurde im März 1909 in einer Auflage von nur 30 Exemplaren bei Otto Felsing in Berlin gedruckt. 1912 stellte Herwarth Walden die Folge in seiner Galerie "Der Sturm" aus. Kurz darauf, 1915, verwarf Hablik sieben der zwanzig Bildtafeln mit den dazugehörigen Aphorismen und zerstörte die Druckplatten. Seine Frau Elisabeth Lindemann ließ 1942 nach dem Tod des Künstlers hundert Exemplare dieser nunmehr nur noch aus 13 Radierungen und 13 Aphorismen bestehenden Mappe drucken. - Bei dem vorliegenden, leider inkompletten Werk handelt es sich somit um eines der eminent seltenen Exemplare aus der 30er Auflage von 1909. Vorhanden sind die Radierungen mit den Nummern 1, 3, 5-10, 12-13, 15-16, 19 und von den Aphorismen 1-2, 4-20. Prachtvolle Drucke mit Rand. Teils leicht vergilbt und stockfleckig, die Radierungen sämtlich unter ein Passepartout montiert, sonst in selten schöner und originaler Erhaltung.
Perseus und Medusa.
Öl auf Leinwand. 147 x 230 cm. Unten rechts signiert "RICH. SCHOLZ".
Richard Scholz war der Sohn des bekannten Komponisten und Theaterdirektors Bernhard Scholz und studierte unter Ernst Hildebrand von 1877 bis 1880 an der Kunsthochschule in Karlsruhe. Großen Einfluss auf seine Arbeiten hatte vor allem das Werk seines Freundes Karl Gussow, den er kennenlernte, nachdem er 1880 mit seinem Lehrer Ernst Hildebrand an die Berliner Kunstakademie gewechselt war. Nach einigen erfolgreichen Jahren als Portraitist in Dresden ging er 1898 nach München, wo er später auch als Professor an der Kunstakademie tätig war. Scholz war mit seinen Gemälden regelmäßig mit großem Erfolg auf den großen Ausstellungen seiner Zeit vertreten, darunter der Großen Berliner Kunstausstellung und den Münchner Glaspalastausstellungen. Das vorliegende Gemälde ist ein monumentales Hauptwerk des Künstlers, in dem seine Nähe zu den symbolistischen Tendenzen seiner Zeit auf eindrucksvolle Weise anschaulich werden.
Héroux, Bruno
Frau, die eine himmlische Offenbarung empfängt
Los 6413
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
600€ (US$ 690)
Frau, die eine himmlische Offenbarung empfängt.
Kaltnadelradierung auf Velin. 34 x 22,5 cm. Unten rechts mit Bleistift signiert "B Héroux".
Als Remarque am Unterrand auf eine Meute von Teufeln mit Bogen schießende Jünglingsakte. Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Etwas angestaubt und gebrauchsspurig, insgesamt aber in guter Erhaltung.
Literatur: Richard Hüttel und Bodo Pientka: Wahlverwandtschaften. Künstler um Max Klinger. Sammlung Bodo Pientka. Ausst. Kat. Naumburg (Galerie im Schlösschen) 2020, Abb. S. 52.
Ad astra, Opus 471.
Kaltnadelradierung in Schwarzbraun auf Japanbütten. 32,6 x 19,9 cm (Plattengröße); 42,5 x 29,3 cm (Blattgröße). Unten links in Bleistift betitelt "Ad astra" und rechts unten signiert "B Heroux". Um 1925.
Ausgezeichneter Druck mit breitem Rand. Nur ganz marginal gebräunt, verso rundum mit Resten eines braunen Montagebandes, sonst in schöner Erhaltung. Beigegeben der gleiche Druck im 2. Zustand auf Velin, signiert "B Heroux".
Literatur: Richard Hüttel und Bodo Pientka: Wahlverwandtschaften. Künstler um Max Klinger. Sammlung Bodo Pientka. Ausst. Kat. Naumburg (Galerie im Schlösschen) 2020, Abb. S. 46 (Ausschnitt) und 50 (I. Zustand).
nach. Die Sirene.
Radierung auf Kupferdruckpapier von Alfred Frank (1884 Lahr - 1945 Dresden). 28,1 x 44,5 cm. Um 1920.
Alfred Franks Radierung geht auf das 1895 vollendete Gemälde Max Klingers "Sirene" zurück, das sich in der Villa Romana in Florenz befindet. Möglicherweise entstand die Radierung als Hommage an den im Jahr 1920 verstorbenen Klinger. Frank war von dem Radierwerk Klingers fasziniert und wollte seinem Vorbild auch technisch nachgehen und dessen stofflicher Raffinesse nacheifern. Ausgezeichneter Druck mit Rand. Schwach lichtrandig, an den oberen Ecken an der Passepartoutvorderseite fixiert, sonst in sehr guter und originaler Erhaltung.
Ausstellung: Naumburg, Galerie im Schlösschen Naumburg, Oktober-November 2020: Wahlverwandtschaften. Künstler um Max Klinger. Sammlung Bodo Pientka.
Literatur: Richard Hüttel und Bodo Pientka: Wahlverwandtschaften. Künstler um Max Klinger. Sammlung Bodo Pientka. Ausst. Kat. Naumburg (Galerie im Schlösschen) 2020, S. 38 (mit Abb.).
Greiner, Otto
Exlibris Wilhelm Weigands (Die Geburt der Athene)
Los 6416
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
350€ (US$ 402)
Exlibris Wilhelm Weigands (Die Geburt der Athene).
Feder- und Kreidelithographie in Schwarz, Rot, Rotbraun und Gold auf feinem Chinabütten. 14,8 x 9,4 cm. Vogel 57 II.
Ganz ausgezeichneter, zeichnerisch wirkender Abzug mit der vollen Darstellung. Vereinzelt unbedeutende Bereibungen, unten kleine geschlossene Randeinrisse, im rechten Rand schwache Quetschfalte, im Bereich des Armes unten horizontal verlaufender, fachmännisch geschlossener sowie hinterfaserter Riss, sonst im Gesamteindruck sehr schön. Beigegeben von demselben eine farbige Photolithographie "Exlibris Anna Langheinrich" (in der Platte signiert "O. Greiner". Vogel, Anhang, 2)
"Die Perle".
Öl auf Sperrholzplatte. 70 x 70 cm. Unten links signiert und datiert "MAX FREY / 1942", verso abermClaudeals signiert sowie betitelt "Die Perle".
Fernab unserer Wahrnehmung entfaltet sich unterhalb der Wasseroberfläche die mysteriöse Lebenswelt der Meere, die so nahe am Außerirdischen ist, wie man nur sein kann, ohne unseren Planeten zu verlassen. Die Tiefsee hat nicht zuletzt auch immer wieder die Phantasie des Malers Max Frey befeuert, welcher in diesen von bizarren Kreaturen und Pflanzen bevölkerten Orten eine ideale Projektionsfläche für seine magischen Traumvisionen fand. Frey erhielt seine Ausbildung in Karlsruhe und Berlin und ließ sich 1906 in Dresden nieder, wo er lange Jahre an der Kunstgewerbeschule lehrte. Ab den 1920er Jahren waren seine Werke einem Symbolismus neusachlicher Prägung mit surrealen Anklängen verpflichtet. Paradigmatisch hierfür ist unsere wunderliche Darstellung, in der eine Frau inmitten üppig arrangierter Meeresfrüchte als lebendig gewordene Perle einer goldenen Muschel entspringt.
Medusa.
Bleistift und schwarze Kreide. 25,7 x 51 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert "R.M. 1910".
Den rechten Arm nach oben gerissen, Richtung Kopf führend, ohne zu begreifen was mit ihr geschehen ist, liegt Medusa zu Boden gestürzt auf der Erde. Die Gorgonin wurde ihres Hauptes beraubt. Ihr Verlust ist nicht nur ihr Leben, das in Strömen von Blut ihrem Körper entweicht, ihr Verlust ist auch ihre furchteinflößende Erscheinung, ihre Macht. Mit Schlangen statt Haaren und einem Blick, der das Gegenüber versteinern lässt, besiegte sie einst ihre Gegner. Ihr Richter, der jugendliche Perseus, hat die gefürchtete Gorgonin mit List und der Hilfe der Götter nun besiegt und ist mit dem Haupt, dessen einziges Zeugnis die am Boden liegenden Überreste des Schlangenhaares darstellen, bereits entflohen. Die Zeichnung diente Müller als Vorlage für das radierte Exlibris Leonhard Fantos, dem berühmtesten Bühnenbildner der Dresdner Oper zu jener Zeit, der unter anderem Bühnendekorationen zu Uraufführungen von Opern Richard Strauß', wie dem Rosenkavalier im Jahr 1911 entwarf.
Literatur: Franz Hermann Meißner: Das Werk von Richard Müller, Dresden 1921, S.74 (Abb.).
Corinna Wodarz:Symbol und Eros. Die Bildwelten Richard Müllers (1874-1954) mit dem Katalog des Gesamtwerks, Göttingen 2002, Nr. Z 1910.04.
Eine Anfrage (groß).
Radierung auf genarbtem Velin. 32,2 x 24,7 cm. Auflage 72 num. Ex. Signiert. 1918. Günther 86, Wodarz G 93.
Aus der Auflage von 72 Exemplaren von der verstählten Platte, neben 28 Abzügen vor der Verstählung. Prachtvoller, kontrastreicher Druck mit dem Schöpfrand. Entlang des rechten Randes geringfügig angeschmutzt, vereinzelt Quetschfältchen im Außenrand, zwei winzige Fehlstellen an der linken Kante, verso mit Klebespuren am rechten Rand, sonst in schöner Erhaltung. Mit dem Prägestempel der Vereinigung der Kunstverleger (Lugt 2486).
Intermezzi - Opus IV.
12 Radierungen, meist mit Aquatinta auf gewalztem China. Lose Blatt in der OHLwd-Mappe mit typographischem Titel und Inhaltsverzeichnis (leicht berieben und bestoßen). Folio. Nürnberg, Th. Stroefer (1881). Singer 52-63, je letzter Zustand.
Die vollständige Mappe, mit Nummern und Name. Ganz ausgezeichnete Drucke auf dem vollen Bogen. Geringfügig gebrauchsspurig, die äußeren Ränder teils etwas gebräunt sowie leicht gewellt und vereinzelt etwas bestoßen, sonst schön.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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