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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Lots in After-Sales

Catalogue Vergessene Moderne » to the Art Department
Vergessene Moderne Catalogue Price EURO 15,00
Auction Date Sat, June 1, 11:00 CET


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Chapter Sonderauktion / Special Sale: Vergessene Moderne (Lose 8000 - 8119) » Chapters

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Main Image Description Status
Adrien
Im Kinderzimmer

Lot 8003

Im Kinderzimmer
Öl auf Leinwand. 1945.
50 x 60 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "Adrien" und datiert.

Ein Fest der Phantasie: Im Stehen musiziert der Mann mit Bart und Hut am Klavier, während im Kinderzimmer dazu die Puppen und Stofftiere tanzen. Die abgelegte Palette ganz vorne links weist den Musikanten als Maler aus. Von der pastellig-bunten, von Rosa- und Blautönen dominierten Farbigkeit heben sich seine Figur und das Klavier, beide in dunklem Braun, deutlich ab. Mit locker bewegtem Duktus gestaltet Adrien die skurrile Szenerie.

Estimate
€ 1.200   (US$ 1.367)


After-Sales Price
€ 1.000   (US$ 1.140)


(Sale closed.
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Gerliczy, Emil von
Landschaft bei Bad Tölz

Lot 8006

Landschaft bei Bad Tölz
Öl auf Leinwand. 1922.
51 x 71 cm.

Expressive Bergszenerie; pontillistisch gestaltet von Gerliczy die rosa-violett-grün leuchtende Abendlandschaft, kurze Pinseltupfen laufen im Abendhimmel kreuz und quer, etwas längere strukturieren das Gebirgsmassiv, und senkrecht stehende Strichlagen verleihen dem Nadelwald seine Form. So scheint die ganze Landschaft zu vibrieren, jedes der Elemente auf seine ganz eigene Weise.
Von Gerliczy studierte an der Akademie der Bildenden Künste Dresden bei Robert Sterl, wurde Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und der Dresdner Künstlervereinigung. In Dresden war er seit 1907 im Kreis junger Künstler des Expressionismus um Conrad Felixmüller, Erich Heckel und Emil Nolde tätig. Ab 1920 beteiligte er sich an Ausstellungen in Bremen, Darmstadt und bei der Münchener Neuen Secession im Glaspalast. Nach Ende des Ersten Weltkriegs hatte Gerliczy die Möglichkeit, in Länder wie Spanien, Tunesien, Frankreich, Griechenland, Ägypten und die Türkei zu reisen. Auf seiner Reise nach Bad Tölz im Jahr 1922 entstand unser Gemälde.

Estimate
€ 5.800   (US$ 6.611)


After-Sales Price
€ 4.900   (US$ 5.585)


(Sale closed.
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Heubner, Friedrich Leonhard
Garderobenfegefeuer

Lot 8007

Garderobenfegefeuer
Bleistift und Aquarell auf Velin. 1926.
28,5 x 35,5 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten links mit Bleistift signiert "Heubner".

Ohnmächtig hängt die rot gekleidete Dame in ihrem Stuhl, um sie herum die Zuschauer aufs Engste zusammengedrängt. Locker mit vehementem Duktus des Bleistiftes gezeichnete Szene aus dem Münchner Faschingstrubel, verso die handschriftliche Bezeichnung des Sammlers F. W. Denzel: "Garderobenfegefeuer, Die Dame hat's gut, sie ist schon seit einer Stunde ohnmächtig!, Jugend 1926/7/124, Faschingsnummer". Nach seiner Ausbildung an der Dresdner Kunstgewerbeschule und an der Münchner Kunstgewerbeschule bei Julius Diez reiste Heubner nach Paris und war 1914 Gründungsmitglied der Künstlergruppe "Die Sechs", der auch Emil Preetorius, Valentin Zietara, Franz Paul Glass, Carl Moos und Max Schwarzer angehörten. Ab 1920 war er Mitglied der Münchener Secession und stellte regelmäßig dort aus, befreite sich jedoch schnell vom Münchner Jugendstil und entwickelte einen eigenen schwungvollen Zeichnungsstil. Es entstanden Karikaturen für die Jugend, Die Gartenlaube und den Simplicissimus.

Provenienz: Sammlung F. W. Denzel, dessen Stempel montiert auf der Rahmenrückseite, dort numeriert "1565 No. H/76"

Estimate
€ 1.000   (US$ 1.140)


After-Sales Price
€ 800   (US$ 911)


(Sale closed.
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Grosz, George
Stehender weiblicher Akt en face, Kopf nach lin...

Lot 8010

Stehender weiblicher Akt en face, Kopf nach links gewandt
Kohle, teils gewischt, auf dünnem karierten Papier. 1913/14.
27,3 x 22,7 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "4/121/3".

Ungeschönt und vermutlich der Realität entsprechend zeichnet Grosz den Akt in seiner charakteristischen expressiven, flirrigen Linienführung. Mittels der Wischtechnik hebt er besondere Partien des Körpers plastisch hervor und verleiht ihm lebendige Präsenz. In dem fliehenden Kinn und der großen Nase lässt sich fast ein satirisches Moment in der Wiedergabe des Aktes ablesen.

Estimate
€ 1.500   (US$ 1.709)


After-Sales Price
€ 1.200   (US$ 1.367)


(Sale closed.
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Spiegel, Hans
Straße

Lot 8011

Straße
Öl auf Leinwand, ganzflächig auf Malkarton kaschiert. Um 1920.
71 x 54 cm.
Unten links mit Pinsel in Weiß monogrammiert "H.S.".

In unverkennbar kubistischer Manier, runde Formen mit eckigen gepaart, ergänzt um klare Linien, scharfe Winkel und eine mehransichtige Perspektive, führt die Straße inmitten des Formengeflechts gerade vom vorderen zu den hinteren Häusern. Gesäumt wird sie von zwei Bäumen, die in den bilddominierenden Farben Weiß und Schwarz festgehalten sind. Kontrast hierzu bildet das Rotbraun der Häuser. In flächigem, zum Teil pastosen DuKtus hält Spiegel die urbane Ansicht fest und holt sie nah zum Betrachter heran - so, als ob er im nächsten Moment in das Bild eintreten und es beschreiten könnte.

Estimate
€ 2.400   (US$ 2.735)


After-Sales Price
€ 2.000   (US$ 2.280)


(Sale closed.
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Freyer, Pierre
Rotlichtviertel

Lot 8017

Rotlichtviertel
Aquarell und Feder in Schwarz auf Bütten. 1937.
52,3 x 34 cm.
Unten mittig mit Feder in Schwarz signiert "Pierre Freyer" und datiert.

Karikaturhaft ist sie gezeichnet - und mit der pointierten Herausarbeitung der hässlichen, vulgären Seiten des Rotlichtmilieus zugleich stilistisch der Neuen Sachlichkeit verbunden. Mit liebevoller Sorgfalt in der Linienführung und der Aquarellierung erfasst Freyer die Straßenszene aus dem Rotlichtviertel: Flanierende Pärchen, Zusammenkünfte und Verhandlungen zwischen Mann und Frau auf der Straße und allenthalben die beleuchteten Fenster der Stundenhotels, in denen Dirnen und Freier ihren Geschäften nachgehen. Im Vordergrund sind die Gesichter der Paare mit beinahe porträthafter Akkuratesse gezeichnet. Effektvoll erstreckt sich der Zickzackverlauf der Straße nach hinten und schafft eine überzeugende Raumtiefe. Zentraler Punkt der Bildkonstruktion ist die Laterne mit der roten Drei in der Mitte, um die herum die Fassaden nach außen und hinten zu kippen scheinen, wie ein Sinnbild der Labilität und Kurzlebigkeit der geschilderten Vergnügungen.

Ausstellung: "German and Austrian Art of the 1920s and 1930s: The Marvin and Janet Fishman Collection", Milwaukee, Marquette University, Haggerty Museum of Art, 2002, Nr. 22 (mit dessen Klebeetikett verso)

Estimate
€ 3.800   (US$ 4.332)


After-Sales Price
€ 3.500   (US$ 3.989)


(Sale closed.
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Bieling, Herman
Stilleben mit Kakteen

Lot 8022

Stilleben mit Kakteen
Öl auf Leinwand.
105 x 65 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Orange signiert "Bieling".

Dicht beieinander wie in einem Urwald stehen die Kakteen in Blumentöpfen vor der mit lockeren Pinseltupfen durchstrukturierten Wand. Effektvoll fällt das Licht von vorne auf die Anordnung, so dass sich die Schatten der Kakteenauswüchse geisterhaft auf der Wand abzeichnen. Wie eine Sonne leuchtet die Blüte des zentralen, mit seinen schlangenhaften Formen besonders skurrilen Kaktus in der Mitte des linken Bildteiles. Nach Studien an der Akademie der Bildenden Künste in Rotterdam war Bieling zwischen 1917 und 1927 Mitglied und Mitbegründer von De Branding, einer avantgardistischen Künstlergruppe aus Rotterdam, danach Mitglied des Haagse Kunstkring, 1919 der Vereinigung der Künstler De Onafhankelijken und Mitbegründer von De Kring van Beeldende Kunstenaars (R33).

Estimate
€ 1.800   (US$ 2.052)


After-Sales Price
€ 1.500   (US$ 1.709)


(Sale closed.
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Kubin, Alfred
Entwurf zum "Zeichen"

Lot 8026

Entwurf zum "Zeichen"
Feder in Schwarz, Aquarell und Bleistift auf Katasterpapier. Um 1930.
32,2 x 39,2 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "AKubin", unten links mit Bleistift wohl vom Künstler bezeichnet.

"Neue Welt.
Und es hängt / ein ehern Gewölbe der Himmel über uns / es lähmt Fluch die Glieder der Menschen / und die erfreuenden Gaben der Erde sind wie Spreu / es spottet unser mit ihren Geschenken die Mutter und alles ist Schein - O wann, wann schon öffnet sich die Flut über die Dürre... Aber wo ist er? Daß er beschwöre den lebendigen Geist!"
Friedrich Hölderlin
In dieser ausdrucksstarken Arbeit bewegt sich ein Menschenzug, angeführt von einer Frau mit weinendem Kind, schnell voran, vorbei an einem ausbrechendem Vulkan. Die Dargestellten tragen verschiedene Gegenstände mit sich, darunter sind ein Messer und eine Flasche zu erkennen. Mit aufgerissenen Augen und Mündern sowie erhobenen Armen brechen sie, einem Aufstand ähnlich, zu einer neuen Welt auf. Kubin erfasst die Szene in der ihm typischen, expressiven Manier mit zahlreichen Schraffuren. Das Thema unserer Zeichnung, die in Zusammenhang mit Friedrich Hölderlins Gedicht "Neue Welt" steht, griff Kubin bereits 1923 in der gleichnamigen graphischen Reihe auf (Vgl. Hoberg 48, Raabe 208).
Annegret Hoberg, Kubin-Archiv, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München ist die Arbeit bekannt, und die Authentizität wurde seinerzeit bestätigt.

Provenienz: Sammlung Zevi Mailand

Ausstellung: Il sogno rivela la natura delle cose, Museo d'Arte Moderna, Bozen 1991 (Kat.-Nr. 1011, Abb. S. 131)
La lente di Freud, Una galleria dell'inconscio, Complesso Museale Santa Maria della Scala, Siena, 2008 (Abb. S. 255)

Estimate
€ 4.500   (US$ 5.130)


After-Sales Price
€ 4.000   (US$ 4.560)


(Sale closed.
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Bouten, Armand
Akt mit Katze

Lot 8027

Akt mit Katze
Öl auf Karton. 1921.
41 x 35 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Rot signiert "Arm Bouten" und datiert.

Ein kahler, breit-ellipsoider Frauenkopf, katzenhafte, gelbe Augen in tiefdunklen Höhlen, tiefrosa Wangenkreise auf sonst hellgrauem Inkarnat, rosarote Körperkonturen: Eine irritierende, für das frühe Schaffen Boutens sehr charakteristische Frauenfigur setzt der Künstler links ins Bild, rechts eine kleine Katze, dazu ein Blumentopf. Hochinteressant ist zudem der kleine rosa Embryo, der, rot umrandet, im Schoß der Frau schlummert, inmitten ihres schwarzen Rockes liegend, als wäre er schon geboren. Das Thema Schwangerschaft und Geburt taucht immer wieder in Boutens Schaffen auf. Grelle Kontraste und kräftige, rote sowie schwarze Konturen und ein expressiver Duktus bestimmen unser Gemälde. "Es sind eigenartige, spannungsgeladene Bilder von teilweise äußerster Expressivität. Sie verweisen auf einen offenbar ruhelosen Geist und rastlosen Menschen" (Michael Neumann, Armand Bouten 1893-1965, Ausst.-Kat. Berlin 1984, S. 6).
Bouten zog mit 21 Jahren von Venlo nach Amsterdam, wo er an der Rijks Normaalschool voor Tekenonderwijs Zeichenunterricht erhielt. Dort lernte er die Malerin Hanny Korevaar kennen, die er 1922 heiratete. In den 1920er und 1930er Jahren lebten die beiden abwechselnd in Paris und Budapest, Reisen führten sie auch nach Marseille. In den 1940er Jahren hielten sie sich vor allem in Brüssel und Den Haag auf und kehrten 1953 nach Amsterdam zurück, wo sie verarmt und einsam lebten. Bouten entwickelte sich von einem frühen kubistisch-expressionistischen Stil zu einer farbstarken Malerei mit kräftigen Konturen. Die frühen Themen wie Bauern und Arbeiter wurden durch Reiseeindrücke von Jahrmärkten, Cafés und Bordelle ersetzt. Die düsteren Farben und unbehaglichen Motive in seinem Spätwerk kündigen die wachsenden politischen Spannungen und bevorstehenden Gräuel des Zweiten Weltkrieges an. Herwarth Walden lernte Boutens Schaffen 1923 in Berlin kennen und beabsichtigte, von ihm begeistert, seine Arbeiten in der Galerie "Der Sturm" auszustellen. Dazu kam es jedoch wegen der Rastlosigkeit des von Land zu Land ziehenden Künstlers, der sich dem Kunsthandel weitgehend verweigerte, nicht.

Estimate
€ 20.000   (US$ 22.799)


After-Sales Price
€ 18.000   (US$ 20.520)


(Sale closed.
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Sailer, Anton
Les deux rats

Lot 8038

"Les deux rats"
Aquarell und Feder in Schwarz auf Velin. Um 1930.
29,7 x 41,3 cm.
Unten links mit Feder in Schwarz signiert "Sailer" und betitelt.

Skurrile Szene, deren Bedeutung sich nicht leicht erschließt: An einem Ufer steht die sehr übergewichtige, billig zurechtgemachte Frau, links von ihr stürzt sich eine Ratte ins Wasser. Feine, suchende Federstriche skizzieren das Geschehen, die zarte, wässrige Aquarellierung verleiht der Zeichnung ihre atmosphärische Wirkung. Sailers französischer Bildtitel verweist auf ein Entstehen der Arbeit in seiner Pariser Zeit.
Nach seiner Ausbildung an der Münchner Kunstgewerbeschule bei Robert Engels und Willi Geiger und der Zeichenklasse von Franz Klemmer an der Münchner Akademie der Bildenden Künste ließ sich der Maler und Literat Anton Sailer von 1926 bis 1935 in Paris nieder, wo er zunächst seine Ausbildung an der Académie de la Grande Chaumiére komplettierte. 1935 kehrte er nach Deutschland zurück und übte eine literarische Tätigkeit im Ullsteinhaus in Berlin aus. Ab 1947 lebte Sailer wieder in München und nahm seine künstlerische Arbeit erneut auf.

Estimate
€ 800   (US$ 911)


After-Sales Price
€ 600   (US$ 683)


(Sale closed.
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